Hinter den Abbildungen unserer Postkarten verbirgt sich ein Bilderrätsel. Jede Karte steht für eine berühmte Sammlung, die mit einer interessanten Geschichte rund um das Sammeln verbunden ist. So wie die Geschichten unserer Ausstellungen, zeigen sie, wie vielfältig das Sammeln sein kann. Kannst du mithilfe der Abbildungen und der Sammlungsdaten herausfinden, welche berühmten Sammlungen wir suchen? Du möchtest die Postkarten selbst sammeln um sie vielleicht an deinem Kühlschrank ausstellen zu können? Dann hier ein Tipp: Es lohnt sich, die Ausstellung im Forum Wissen zu besuchen.  Viel Spaß beim Rätseln und Sammeln!

SAMMLUNGSDATEN

ZEITRAUM
1838 – 2016

WICHTIGE ORTE
Leipzig – Berlin – Göttingen – Trier

OBJEKTZAHL
über 320.000

Die Grimm’sche Wörterbuchsammlung

Sammeln als Wahnsinnsprojekt

Heute kennen wir Duden und Co. Wie wird ein Wort geschrieben? Was bedeutet es? Die Antwort ist ein paar Klicks entfernt.
Doch im 19. Jahrhundert gab es so etwas noch nicht. Die Idee der Brüder Grimm: „Wir sammeln alle deutschsprachigen Wörter.“ war also ein riesiges Projekt.

Sie wurden damit auch nicht fertig. Nach ihrem ersten, in Leipzig veröffentlichten Band: „A – Biermolke“ kam Wilhelm bis zum Buchstaben „D“. Jacob schaffte es noch bis „F“.

Aber ihre Idee wurde fortgesetzt. Zunächst übernahm die Preußische Akademie der Wissenschaft in Berlin.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand die Arbeitsgemeinschaft für das Grimmsche Wörterbuch in Berlin und Göttingen. Trotz der Teilung in West- und Ostdeutschland konnte das Projekt fortgesetzt und vollendet werden. 1961 war man bei „Z“, wie Ziel angekommen. Das letzte Wort:
Zypressenzweig

Nach 123 Jahren brauchte es aber ein paar Updates. Das Projekt zur Erneuerung für A – F lief noch bis 2016.
Außerdem wurde das Wörterbuch an der Universität Trier digialisiert.

SAMMLUNGSDATEN

ZEITRAUM
1937 – 1940

WICHTIGE ORTE
Paris – New York

OBJEKTZAHL
über 50

Peggy Guggenheims Kunstsammlung

Sammeln als Kulturerbe

Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, lebte Peggy Guggenheim sich in Paris – mit einer ehrgeizigen Einkaufsliste. Während andere vor den heranrückenden Nazis flohen, nutzte Peggy ihr Erbe, um die bedrohte Avantgarde zu retten. Diese war „entartete“, also ‚falsche‘ Kunst in den Augen des Nationalsozialistischen Regimes.

Peggy Guggenheim kaufte nach dem Motto „Jeden Tag ein Bild“. Da viele bedrohte Künstler verzweifelt versuchten, Frankreich zu verlassen, erwarb sie Meisterwerke von Größen wie Dalí, Kandinsky und Mondrian oft für weniger als 1.000 Dollar. Den Louvre bat sie vergeblich um Schutz für ihre Sammlung; die Kuratoren hielten die abstrakten Werke für „nicht erhaltenswert“.
Kurz bevor die Wehrmacht Paris besetzte, versteckte sie die Bilder in einer Scheune. Schließlich gelang ihr der Coup: Sie deklarierte die Gemälde als „Haushaltsgegenstände“ und schmuggelte sie so per Schiff nach New York.

Dort eröffnete Peggy Guggenheim 1942 eine legendäre Galerie. Ihre Sammlung ist allerdings nicht namensgebend für die berühmten Guggenheim-Museen. Die sind nach ihrem Onkel Solomon R. Guggenheim benannt. Peggys Sammlung kann man heute hauptsächlich im Museum Peggy Guggenheim Collection in Venedig bestaunen.

SAMMLUNGSDATEN

ZEITRAUM
seit dem 8. Februar 2020

WICHTIGE ORTE
Torun – Glasgow – Belgrad –
Eugene – Xiamen – Clermont-Ferrand –
Paris – Chorzow – Budapest – 
Tokio

OBJEKTZAHL
14

Armand Duplantis‘ Stabhochsprung-Weltrekorde

Sammeln als Erfolgsstrategie

Armand Duplantis ist schwedisch-amerikanischer Stabhochspringer. Stand Februar 2026 ist er Sportler mit den meisten Weltrekorden im Stabhochsprung. Warum wir das erzählen?

Für seine Rekordsammlung nutzt er eine besondere Strategie – oder zumindest ist das das Gerücht:

Anstatt seine absolute Höchstleistung zu zeigen, soll Duplantis angeblich immer nur so hoch springen, wie er muss. Auf diese Weise ist er nicht nur der aktuelle Weltrekordhalter im Stabhochsprung. Sondern arbeitet daran Rekordhalter für die meisten Weltrekorde zu werden.

Aktuell führt hier noch der ukrainische Stabhochspringer Sergej Bubka mit insgesamt 35 Rekorden. Bubka ist auch der Vater dieser „Salami-Strategie“: Stück für Stück, Centimeter für Centimeter, Rekord für Rekord.

Diese Stratgie dient nicht nur dem Ruhm. Mit Weltrekorden kann man im Stabhochsprung auch Geld verdienen: sogenannte Prämien. 

Armand Duplantis selbst hat diese Strategie nie öffentlich bestätigt. Er beschreibt seine Rekorde-Jagd als ein Spektakel für Zuschauer.

SAMMLUNGSDATEN

ZEITRAUM
1997 – 2007

WICHTIGE ORTE
Großbritannien

OBJEKTZAHL
vermutlich über 100

Schokofroschkarten bei „Harry Potter“

Sammeln in der Fantasie

In der berühmten Fantasy-Buchreihe Harry Potter sammeln die Schüler*innen der Zaubereischule Hogwarts sogenannte Schokofroschkarten. Das sind Karten berühmter Zauberer wie zum Beispiel Merlin oder Schulleiter Albus Dumbledore. Das besondere an diesen Karten: Die Porträts sind lebendig.

Mit dieser Sammlung werden gleich zwei große Sammelleidenschaften unserer Welt nacherzählt. Schokolade zusammen mit sammelbaren Figuren, das kommt dir doch bestimmt bekannt vor? Was ist wohl in jedem 7. Schokofrosch zu finden? 
Außerdem gehören Sammelkarten zu den wohl berühmtesten Sammelgegenständen für Kinder und Erwachsene zugleich.

Im ersten Buch liefert Harry Potters erste Schokofroschkarte sogar einen entscheidenden Hinweis, mit der unser Held und seine zwei Freund*innen ein erstes Mal die Welt retten. Nach dem Schulbschluss wird allen drei die Ehre einer eigenen Schokofroschkarte zuteil.

Heute gibt es diese Karten nicht nur in den Büchern selbst. Die Verfilmungen haben ihnen eine ikonische Form gegeben. Diese Form taucht nun überall dort auf, wo auch Harry Potter auftaucht: vom Computerspiel bis hin zur Supermarktkasse.

SAMMLUNGSDATEN

ZEITRAUM
seit 1958

WICHTIGE ORTE
Flensburg

OBJEKTZAHL
maximal 8

Punkte der Verkehrssünderkartei in Flensburg

Sammeln wider Willen

Nicht jede Sammlung ist wünschenswert.

Die sogenannten „Punkte in Flensburg“ ist die deutschlandweite Sünderkartei für Menschen, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten. Für Verstöße erhält man Punkte: Je gefährlicher der Verstoß, desto mehr Punkte kann man bekommen. Nach 8 Punkten verliert man seinen Führerschein.

Dieses Sammelsystem würde 1974 eingeführt. Damals durfte man noch 18 Punkte haben. 2014 wurde das System nochmals verschärft auf die nun 8 Punkte.

Der Grund für diese Sammlung ist ein trauriger: Man führte die Punkte ein, um die damals hohe Zahl der Verkehrsunfälle zu senken: 1970 starben auf diese Weise noch 19.000 Menschen in Deutschland.

2025 starben deutschlandweit weniger als 3000 Menschen auf diese Weise. Grund dafür sind sicherlich auch andere Entwicklungen – beispielsweise sicherere Autotechnologien. Aber man kann diese Sammlung wohl dennoch als eine Erfolgsgeschichte erzählen.