Kleiderbügel

„Lokale Wirtschaftsgeschichte - Reif für den Schrank“

Kleiderbügel fristen heutzutage zwar ein Leben im Schrank, sind aber auch ein Teil von lokaler Wirtschaftsgeschichte.
Als Werbeträger, die ihren Funktionswert nicht so schnell einbüßen, wie ein eingetrockneter Kugelschreiber oder ein leeres Feuerzeug, bieten sie dazu noch einen Einblick in eine Zeit, als Bekleidungsmarkt und Dienstleistungen nicht so sehr von größeren Unternehmen dominiert wurden.

Bei einigen Kleiderbügeln ist auch die Quelle angegeben. Allerdings habe ich es gerade bei Exemplaren, die schon länger in meiner Sammlung sind, auch inzwischen vergessen. Ebenfalls ohne Quellenangabe sind die Exemplare, die ich auf diversen Flohmärkten erstanden habe.

Die Ausstellungstücke

Die ausgestellten Kleiderbügel repräsentieren nur ein Bruchteil der Sammlung, unter 5%.

Die Auswahl war schwer, da man den Fokus auf verschiedene Aspekte lenken kann:

  • Werbung
  • Typografie
  • Einzigartigkeit
  • Geschichtliche Aspekte
  • Und noch viel mehr (siehe Sammlungskatalog)

Letztendlich habe ich mich jedoch dafür entschieden, ca. die Hälfte der Objekte nach dem nicht offensichtlichen Aspekt „zwischenmenschliche Vernetzung” auszuwählen. Spezielle Sammlungen entstehen in Zusammenarbeit, und so freue ich mich, dass mit Martin Melchert von Zeitzeug und der Brockensammlung auch zwei wichtige Quellen an dieser Ausstellung beteiligt sind. Und auch die Vorbereitung der Ausstellung hat mir eine weitere Spende von Gisela Thöne eingebracht.

Über Kleiderbügel

Kleiderbügel erzählen viele Geschichten, von persönlichen Erinnerungen, wie z.B. durch die Bügel, die man im Hotel oder beim Wehrdienst hat mitgehen lassen, über regionale Entwicklungen bis hin zu den größeren Zusammenhängen der Weltgeschichte.

Während die persönlichen Erinnerungen mit dem Besitzwechsel verschwinden, bleibt die Geschichte erhalten und lässt sich im Nachhinein auch teilweise rekonstruieren. Gerade die Langlebigkeit von Kleiderbügeln, die teilweise durch Reparaturen ermöglicht wird, macht sie zu stummen Zeugen des 20. Jahrhunderts.

Wirtschaftsstrukturen

Von der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg in den 1950er Jahren bis zur Jahrtausendwende erlebte die Einzelhandelslandschaft in Deutschland einen tiefgreifenden Wandel. In den Innenstädten manifestiert sich dieser vor allem im Ersatz kleinteiliger Strukturen aus traditionellen Schneidereien und inhabergeführten Modehäusern durch Filialketten. Parallel dazu hat bei der Herstellung von Bekleidung eine Konzentration stattgefunden, während gleichzeitig die Menge an importierter Kleidung angestiegen ist (Vervierfachung zwischen 1980 und 2000, wie eine Untersuchung aus dem Jahr 2002 zeigt).

Eine ähnliche Entwicklung lässt sich auch in der Branche der Bekleidungsdienstleistungen (Reinigungen, Färbereien etc.) beobachten. Dort dauert dieser Prozess noch an. So berichtet der Deutsche Textilreinigungsverband von einer Reduktion von ca. 6.700 Wäschereien im Jahr 2006 auf ca. 3.600 im Jahr 2021. Hinzu kommt, dass die seit der Wirtschaftswunderzeit zunehmende Verbreitung von Waschmaschinen in Privathaushalten dazu geführt hat, dass private Reinigungsaufträge stark zurückgegangen sind.

Zudem sind ganze Industrie- und Handwerkszweige nahezu gänzlich weggebrochen. So sind beispielsweise Pelze infolge des gesellschaftlichen Wandels und der Verfügbarkeit alternativer Materialien während der Konjunktur der Tierschutzproteste der 1980er Jahre aus der Mode gefallen. In der Folge ist der Pelzhandel zu einem Randphänomen geworden und das Kürschnerhandwerk ist quasi ausgestorben. Somit tauchen auch aus solchen Häusern stammende Kleiderbügel praktisch nur noch auf Floh- und Vintagemärkten auf.

Unrecht

Aufgrund jahrhundertelanger, durch Antisemitismus motivierte Beschränkungen beim Landbesitz und im Handwerk (Ausschluss von Zünften) konzentrierten sich Juden auf den Handel, insbesondere auf den Fern- und Textilhandel. Später führte dies zu einer starken Präsenz jüdischer Unternehmer in der Bekleidungsbranche. Sie spielten eine Schlüsselrolle bei der Etablierung der Konfektionsindustrie im 19. Jahrhundert. Dadurch wurde Kleidung erstmals standardisiert und und als „Stangenware“ für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich. Aus dem Textilhandel gingen später viele große Warenhäuser wie Tietz (später Hertie) oder Wertheim hervor.

Unmittelbar nach der Machtergreifung im Jahr 1933 leiteten die Nationalsozialisten die sogenannte „Arisierung“ ein. Damit war die systematische Verdrängung von Juden aus dem Wirtschaftsleben sowie die damit verbundene gewaltsame Enteignung und Übertragung jüdischen Eigentums an nicht-jüdische Deutsche gemeint. Dieser systematische Raub intensivierte sich im Laufe des Jahrzehnts, insbesondere nach den Nürnberger Gesetzen von 1935. Dies betraf selbstverständlich auch die Bekleidungsbranche, was sich beispielsweise an diesen Kleiderbügeln nachvollziehen lässt:

Viele dieser erzwungenen Verkäufe wurden nach dem Zweiten Weltkrieg nicht direkt rückgängig gemacht oder die Vorbesitzer entschädigt. Es dauerte teilweise Jahrzehnte, besonders wenn z.B. Immobilien auf dem Gebiet der ehemaligen DDR betroffen waren.

Kleiderbügel als Forschungsgegenstand

Wie bei den zuvor gezeigten Beispielen werden Kleiderbügel auch von der (kultur-) geschichtlichen Forschung als Quellen verwendet: Exemplarisch sei hier ein Eintrag im Blog des Focke-Museums Bremen genannt. Dort berichtet Asmut Brückmann, wie ein gespendeter Kleiderbügel an das Schicksal der Bremer Kaufmannsfamilie Silbermann erinnert.
In der Sammlung befinden sich einige Kleiderbügel, die mit „Arisierungen“ und Verfolgungen im „3. Reich“ in Zusammenhang stehen.

Krieg

Auch die territorialen Neuordnungen nach dem Zweiten Weltkrieg werden sichtbar. Besonders deutlich wird dies bei der Polnischen Westverschiebung, die auf der Potsdamer Konferenz von 1945 beschlossen wurde. Von dieser Verschiebung waren vor allem die Gebiete östlich der neu festgelegten Oder-Neiße-Linie sowie Danzig, Stettin und Ostpreußen betroffen. Beispiele aus dem heutigen Polen sind:

Kleiderbügel sind auch zum Symbol geworden, insbesondere im Zusammenhang mit dem unsicheren, illegalen Schwangerschaftsabbruch: Sie erinnern an die Zeit – in Deutschland und den USA immerhin bis in die 1970er Jahre hinein – als Abtreibungen illegal waren und Frauen in ihrer Not Drahtkleiderbügel (oder auch Stricknadeln) als improvisiertes Instrument nutzten, um den Gebärmuttermund zu öffnen und einen Selbstabbruch herbeizuführen. Dies war ein hochgefährliches Unterfangen, weil der Eingriff oft zu schweren Verletzungen bis hin zu tödlichen Infektionen führte. Der Kleiderbügel als Symbol ist daher eine Mahnung und erinnert daran, dass die Kriminalisierung medizinisch notwendiger Eingriffe Betroffene zu verzweifelten und gesundheitsgefährdenden Methoden greifen lässt.

Plakat gegen Abtreibung beim Frauenmarsch in Frankfurt, 2017
Bild von ZeWrestler, CC BY-SA

Heutzutage sind Kleiderbügel aus Warenhäusern und von Bekleidungsketten meist aus Plastik. Boutiquen des höheren Preissegments setzen jedoch nach wie vor auf Holz als Material und auf eine aufwendige Gestaltung, um den Luxuscharakter zu unterstreichen. Andere Exemplare aus Holz sind eher den Wohnaccessoires zuzuordnen und daher auch in Möbel- oder Einrichtungshäusern erhältlich.

Gerade die Plastikbügel sind zu Wegwerfartikeln geworden. Oft findet man sie in Kisten mit der Beschriftung "zu verschenken" vor Bekleidungsgeschäften.

Da Plastik aus ökologischen Gründen in den letzten Jahren zunehmend kritischer gesehen wird, gab es einige Initiativen, die sich auch des Kleiderbügels annahmen. So gibt es eine Untersuchung aus dem Jahr 2021, die die Ökobilanz verschiedener Materialien, wie Plastik und Metall, beleuchtet. Auch wenn die Untersuchung primär die Nutzung in gewerblichen Zusammenhängen betrachtet, lässt sich eine Erkenntnis verallgemeinern: Die Mehrfachnutzung ist aus ökologischer Sicht immer sinnvoll. Auch die "Sendung mit der Maus" hat sich in der Vergangenheit mit dem Recycling und der Herstellung und dem Design von Kleiderbügeln beschäftigt.

Beim Material setzt beispielsweise auch "Hooks Creative" an: Diese Firma hat "Biokleiderbügel" aus Kaffeesatz, Kartoffelstärke, Maisstärke oder Zuckerrohr entwickelt.

Auch in anderen Bereichen finden Innovationen statt: 2024 gewann der Schüler Lucas Li aus Baden-Baden mit seinem Projekt "TheHänger" bei Jugend forscht einen Preis für einen faltbaren Kleiderbügel.

Ingo Maurer hat die Lüsterinstallation "Oh Man, it's a Ray!" entworfen, die an ein Mobile aus Kleiderbügeln erinnert.

Der Weltmarkt für Kleiderbügel hatte im Jahr 2024 einen Umfang von geschätzten 2,5 Milliarden US-Dollar, daher ist auch weiterhin mit Neuerungen zu rechnen.

Auch wenn die Aufzählung nicht abschließend ist, sollen an dieser Stelle schließlich noch weitere mögliche Verwendungszweck erwähnt werden.

Scherzartikel

Kleiderbügel können auch als Scherzartikel eingesetzt werden. Vermutlich ist es dem Nutzwert und den vergleichsweise niedrigen Herstellungskosten zu verdanken, dass sich Kleiderbügel auch als Scherzartikel und Gelegenheitsgeschenk eignen. Beispiele dafür finden sich im Katalog.

Kleiderbügel als Bastelobjekte

Bei der Suche nach neuen Sammlungsobjekten stößt man auch häufig auf modifizierte Kleiderbügel, da diese auch beliebte Bastelobjekte sind. Am bekanntesten ist sicherlich der umhäkelte Bügel. Der Überzug dient nicht nur dazu, einen (Holz-) Kleiderbügel farbenfroher zu gestalten, sondern ist auch praktisch. Während lackierte Holzbügel häufig "rutschig" sind, sorgt der selbst gebastelte Überzug dafür, dass Kleidungsstücke nicht mehr herunterrutschen. Manchmal kann man daruter auch einen alten bedruckten Bügel entdecken.

Eine weitere beliebte Verwendung ist das Aufhängen von anderen Gegenständen. Entweder nutzt man den Hosensteg, um beispielsweise Zeitschriften oder Handtücher aufzuhängen, oder man schlägt einfach Nägel hinein. Ebenso ist es möglich, aus einem Kleiderbügel einen Stummen Diener zu basteln.

Besonders Drahtkleiderbügel eignen sich zum Basteln, da sie sich leicht in die gewünschte Form bringen lassen. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Die Neuzugänge speisen sich aus zwei Quellen: Erwerbungen und Spenden. Dabei machen die Erwerbungen mit Abstand den größten Anteil aus.

Wenn ein neuer Bügel erschlossen wird, werden zunächst die beschrifteten Seiten fotografiert. Anschließend werden die Bilder bearbeitet (begradigt, beschnitten und freigestellt) und die Beschriftungen erfasst. Dieser Prozess dauert ca. 15 bis 20 Minuten pro Bügel. Danach beginnt die aufwendige Recherchearbeit.

Bügel mit Orts- und Kontextangaben, z.B. dem Geschäftsnamen sind dabei recht hilfreich, da sie einen Anhaltspunkt bieten. Oft reicht dieser zumindest für eine geografische Zuordnung. Da die meisten der Firmen, die die Bügel herausgegeben haben, nicht mehr existieren, eröffnet der Hinweis auf den Ort auch den Recherchezugang, z.B. die Suche in historischen Adressbüchern oder in Werbeteilen lokaler historischer Tageszeitungen. Eine große Hilfe ist dabei das Portal Historischer Adressbücher von GenWiki!, einem Angebot des Vereins für Computergenealogie. Für Recherchen in alten Gewerberegistern bietet sich die Seite NorthData an, die verschiedene Quellen vernetzt und aufbereitet.

Zusätzlich werden Schlagworte nach Material, Typ, Besonderheiten, Art des Ausgebers und weiteren Klassifikationen vergeben. Diese dienen dann auch der Erzeugung der am Ende dieses Bandes zu findenden Register.

Die Erweiterung der Sammlungsinformationen erfolgt seitdem kampagnenmäßig: Einmal im Jahr werden die Neuzugänge fotografiert, zusätzliche Informationen recherchiert und dann mit wöchentlichen Veröffentlichungsdaten versehen, sodass sich die Arbeit auf ein paar Wochen im Jahr konzentrieren lässt.

All diese Daten werden in der Regel lange vor der Veröffentlichung auf der Webseite eingefügt. Derzeit wird pro Woche ein Bügel freigeschaltet, weshalb aktuell nur etwa zwei Drittel der Einträge in diesem Buch online verfügbar sind (Stand: Januar 2026). Inzwischen sind 264 Bügel erfasst, sie werden im folgenden Abschnitt präsentiert.

Die einzelnen Kleiderbügel werden nach verschiedenen Kriterien katalogisiert. Auf dieser Grundlage werden beispielsweise die Register am Ende des Katalogs oder die Statistik generiert.

Materialien

Die Sammlung umfasst vorwiegend Kleiderbügel aus Holz, die früher häufig mit Brand­stempeln beschriftet wurden. Dabei wurde ein glühendes Stück Metall mit erhabener Schrift auf den Bügel gepresst, wodurch das Holz dunkelbraun verfärbt wurde. Anschließend wurde der Bügel häufig noch lackiert, um die Kleidung vor Splittern zu schützen, aber auch um das Holz zu schützen und dem Bügel durch die Lackierung ein edleres Ansehen zu verleihen.

Das zweithäufigste Material in der Sammlung ist Plastik. Bei seiner Einführung in den Massenmarkt nach dem Zweiten Weltkrieg hatte es jedoch einen anderen Stellenwert als heute. Plastikbügel werden meist im Siebdruckverfahren beschriftet. Besonders in den 1970er Jahren fand es für avantgardistische Formen in kräftigen Farben Anwendung.
Danach folgt Metall als Material, dass nicht ganz einheitlich erfasst wird: Metallhaken werden als integrale Bestandteile nicht explizit als Metallbestandteil erfasst, es muss mindestens der Steg, der Bügelkörper oder eine zusätzliche Funktion aus Metall bestehen.
Stoff ist eher selten als Material zu finden und wird in der Regel als Schutzüberzug verwendet.

Typen von Bügeln

Da es Kleiderbügel in verschiedenen Varianten gibt, werden Besonderheiten erfasst. Beispiele hierfür sind spezialisierte Anwendungszwecke oder zusätzliche Funktionen.

  • Anwendungszweck
    • Hosenbügel
    • Rockbügel
    • Kinderkleiderbügel
    • Reisekleiderbügel
  • Zusätzliche Funktionen
    • Verstellbar
    • Klappbar
    • Kleiderbürste
    • Mit Klammern
    • Mit Haken

Ausgebenden Stellen

Die Beschriftung lässt sich grob in zwei Kategorien unterteilen: Erstens dient sie als Werbeträger und zweitens als eine Art Besitznachweis. Letzteres gilt insbesondere dann, wenn die Bügel nicht zur Mitnahme gedacht sind, beispielsweise in Hotels oder bei staatlichen Organisationen.

  • Bekleidungsgeschäft
  • Reinigung
  • Warenhaus
  • Hotel
  • Kürschnerei (Pelze)
  • Färberei
  • Staatliche Organisation
  • Schneiderei
  • Versandhandel
  • Gaststätte
  • Theater
  • Klinik
  • Kleidungsfabrik
  • Möbelhaus

Weitere Klassifikationen

Es gibt außerdem weitere Klassifikationen, beispielsweise danach, ob ein Bügel repariert wurde, beidseitig bedruckt ist oder ob es sich um einen Scherzartikel oder einen Werbeträger handelt. Letzteres ist jedoch schwierig abzugrenzen, da die meisten Kleiderbügel mindestens auch Werbeträger sind.
Hersteller von Bügeln sowie Handelsketten und Geschäfte werden zusätzlich getrennt verschlagwortet sofern es mehrere Bügel aus einer Quelle gibt.

Da die Sammlung weiterhin in Gebrauch ist, werden Daten wie beispielsweise die Abmessungen nicht erfasst. Die Aufnahmen werden allerdings mit einer Breite von ca. 40 Zentimetern gemacht, weshalb schmalere Bügel transparente Ränder haben. Dadurch werden sie im Blog maßstabsgetreu präsentiert.

Alte Schutzrechtsmarken

Alte Schutzrechtsmarken wie D.R.G.M (Deutsches Reichsgebrauchsmuster), D.R.W.Z., auch D.R.Wz (Deutsches Reichswarenzeichen), DBGM (Deutsches Bundesgebrauchsmuster) DBWz (Deutsches Bundeswarenzeichen), werden nicht gesondert erfasst.

Eine gute Bezugsquelle sind Gebrauchtwarenkaufhäuser, insbesondere solche, die Kleidung im Sortiment haben. Gerade Einrichtungen, die von sozialen Projekten betrieben werden und Haushaltsauflösungen durchführen, haben meist einen internen Warenkreislauf. Dabei werden Bügel aus Auflösungen für die Nutzung im Verkauf weiterverwendet. Auch auf Flohmärkten sind alte Bügel häufig zu finden, auch hier meist in Verbindung mit alter Kleidung, beispielsweise für den Transport und die Präsentation der Kleidung auf dem Markt.

Da für Kleiderbügel der Nutzwert offensichtlicher ist als andere Aspekte, werden sie als Sammelobjekte oft übersehen. Für Sammler hat das den Vorteil, dass man selbst für einen 120 Jahre alten Bügel nicht mehr als 1 bis 2 Euro bezahlt. Es gibt aber auch eine Schattenseite: Manchmal stehen sie auch gar nicht zum Verkauf, da ihr Nutzwert höher eingeschätzt wird als der Preis, den man für sie erzielen könnte.

Tatsächlich findet auch online eine kleiner, (semi-) „professioneller“ Kleiderbügelhandel statt, wie z.B. auf eBay oder bei Kleinanzeigen, dort kostet ein einzelner Bügel dann entsprechend mehr. Meist ist es günstiger, Konvolute aufzukaufen.

Quellen in Göttingen:

  • KIM – Der Second Hand Laden, Angerstraße 1c, Göttingen
  • Neue Arbeit Brockensammlung, Levinstraße 1, Göttingen
  • Zeitzeug, Nikolaistraße 24, Göttingen
  • Verein Förderer Wohnungslosenhilfe, Rosdorfer Weg 17, Göttingen

Quellen in Hannover:

  • fairKauf Kaufhaus City, Limburgstraße 1, Hannover
  • Alle Kleiderbügel: 264
  • Materialien
    • Aus Holz: 247
    • Aus Plastik: 17
    • (Teilweise) aus Metall: 10
    • Aus Stoff: 1
  • Typen / Besonderheiten
    • Hosenbügel: 4
    • Rockbügel: 4
    • Kinderbügel: 3
    • Reisekleiderbügel: 1
  • Funktionen
    • Mit Klammern: 8
    • Mit Haken: 9
    • Verstellbar: 4
    • Klappbar: 4
    • Kleiderbürste: 1
  • Spezifische Hersteller
    • Union: 16
    • ruwe: 2
  • Arten von
    • Bekleidungsgeschäft: 105
    • Reinigung: 23
    • Warenhaus: 16
    • Hotel: 10
    • Pelze: 8
    • Färberei: 7
    • Staatliche Organisation: 4
    • Schneiderei: 6
    • Versandhandel: 2
    • Gaststätte: 1
    • Theater: 1
    • Klinik: 1
    • Kleidungsfabrik: 3
    • Möbelhaus: 1
  • Handelsketten
    • Karstadt: 8
    • Hettlage: 7
    • C&A (Brenninkmayer): 4
    • Cloppenburg: 2
    • Hertie: 2
    • Kaufhof: 1
  • Geschäfte
    • Ketelsen: 5
    • Möller & Schade: 3
    • Erdmann: 3
    • C. Louis Weber : 3
    • Flebbe: 2
    • Overmeyer: 3
  • Weitere Klassifikationen
    • Beidseitig beschriftet: 28
    • Werbung: 10
    • Scherzartikel: 3
    • Ohne Geodaten: 97
    • Doppelseitig identisch: 31
    • Repariert: 2

Sammlungspraxis

Die Sammlung online

Auch bedingt durch meine beruflichen Hintergrund, habe ich als „Corona-Projekt(e)“ angefangen Teile meiner Sammlungen systematisch online zu stellen. Daher existiert auch zu den Kleiderbügeln eine Seite. Die folgenden Abschnitte speisen sich auch daraus. 

Die Herkunft der Bügel

Für die Kleiderbügelseite werden nicht nur Bilder erstellt, sondern auch die Aufdrucke erfasst. Dazu gehört auch die Herkunft, die anschließend auf einer Landkarte visualisiert werden kann.

Diese Karte zeigt die Herkunft der aktuell auf der Homepage veröffentlichten Bügel.

Die Karte ist interaktiv und jede Region kann vergrößert werden. An den Stellen, an denen sich Herkunftsorte häufen, werden Bügel zusammengefasst. Durch Hineinzoomen lassen sich diese Haufen wieder auflösen.

Alle veröffentlichen Objekte

Hier  sind alle bisher veröffentlichten Bügel zu sehen.

Da pro Woche ein Bügel freigeschaltet wird, sind zur Ausstellungseröffnung noch nicht alle Bügel zu sehen. Derzeit wird am 19. Oktober 2027 der bisher letzte digitalisierte Bügel freigeschaltet. Bis dahin wird die Sammlung aber vermutlich weiter wachsen.

Sammlungskatalog

Zur Vorbereitung der Ausstellung ist der Katalog der kompletten Sammlung (Stand: Dezember 2025) fertiggestellt worden. Er kann auf dieser Seite eingesehen oder heruntergeladen werden.

Der Katalog beinhaltet auch viele Bügel, die bisher nicht auf der Webseite veröffentlicht sind.

Weitere Sammlungen

Ich sammle nicht nur Kleiderbügel, sondern auch noch andere Dinge, hauptsächlich aus Papier (wie Bücher, Zeitschriften oder Fotos). Allerdings sind nicht alle dieser Sammlungen online. 

Auf meiner Homepage gibt es eine Übersicht Über sie Sammlungen. Manchmal spende ich auch Objekte an Archive und Museen… 

Eine Liste meiner Web-Projekte (nicht nur Sammlungen) ist ebenfalls verfügbar.

Diese Sammlung besteht hauptsächlich aus gemusterten Gebrauchspapieren, wie z.B. Vorsatzpapiere oder Tapeten.

Ein anderes Interesse sind optische Phänomene, bei dieser Sammlung geht es um alte 3D Bilder.

Einige Highlights meiner Kinderbuchsammlung sind komplett online abrufbar. Mich interessieren besonders Bücher, die aus heutiger Sicht befremdlich wirken, wie z.B. Bücher zur Verkehrserziehung, die drastische Konsequenzen zeigen.

Da ich gerne Gemeinsamkeiten in vermeintlich verschiedenem entdecke, habe ich auch verschiedene Musterbücher. Diese Sammlung präsentiert Schriftmusterbücher.

Blaufußtölpel ist der Name der Website, die Highlights  meiner Sammlung an historischer Modezeitschriften präsentiert…

Das neueste Projekt (2025) ist die Digitalisierung meiner Sammlung nie realisierter architektonischer Entwürfe für Göttingen.

Eine weitere Sammlung historischer Architekturfotos widmet sich dem Backsteinexpressionismus, ein Stil aus den 1920er Jahren.